Weyerstrass, Klaus
ORCID: https://orcid.org/0000-0002-5659-8991; Reiter, Michael
ORCID: https://orcid.org/0000-0001-9490-8746 and Papp, Tamás K.
(July 2021)
Der Beitrag des Außenhandels für Österreichs Wirtschaft. Ansätze zur Quantifizierung.
[Research Report]
25 p.
ihs-report-2021-weyerstrass-reiter-papp-beitrag-aussenhandels-oesterreichs-wirtschaft.pdf
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Abstract
Für Österreich als kleine offene Volkswirtschaft, die zudem kaum natürliche Rohstoffe hat, ist ein freier Marktzugang für die Sicherung und Mehrung des wirtschaftlichen Wohlstands essentiell. Eine Quantifizierung der ökonomischen Effekte der Exporte, der Globalisierung oder der Teilnahme an globalen Wertschöpfungsketten ist mit einer Vielzahl methodischer Herausforderungen und Datenerfordernissen konfrontiert. So greift es zu kurz, nur auf den Anteil der Exporte am Bruttoinlandsprodukt zu schauen, denn dies würde unberücksichtigt lassen, dass die Exporte teils aus importierten und unverändert re-exportierten Gütern bestehen und dass die Exportgüter entlang der Wertschöpfungskette importierte Vor- und Zwischenprodukte beinhalten. Wenn man dies berücksichtigt, zeigt sich, dass in Österreich der Anteil der exportinduzierten Wertschöpfung an der gesamten Bruttowertschöpfung etwa ein Drittel beträgt. Analysen mit Unternehmensdaten zeigen, dass exportierende Unternehmen im Vergleich zu Unternehmen, die nur auf dem heimischen Markt operieren, im Durchschnitt einen 3,6-mal so hohen Umsatz erwirtschaften sowie eine um 66% höhere Arbeitsproduktivität haben und um 23% höhere Löhne zahlen. Eine Analyse der Handels- und Globalisierungseffekte kommt zu dem Ergebnis, dass Österreich im rein hypothetischen Fall eines Übergangs zu völliger Autarkie etwa 2/3 seines Bruttoinlandsprodukts einbüßen würde. Eine andere Schätzung kommt zu dem Resultat, dass das Bruttoinlandsprodukt in Österreich durch Freihandel fast doppelt so hoch ist wie im Fall vollkommener Autarkie. Freihandel bringt für die Verbraucher eine größere Produktauswahl und durch die stärkere Konkurrenz tendenziell ein niedrigeres Preisniveau mit sich. Die Wohlfahrtsgewinne sind ungleich verteilt, wobei Haushalte mit niedrigem Einkommen von Freihandel stärker profitieren als reichere Haushalte, weil ärmere Haushalte relativ mehr für Güter mit einem höheren Importanteil ausgeben. Auf der Produktionsseite ermöglicht Freihandel die Spezialisierung auf die Erzeugung von Waren und Dienstleistungen, in denen Österreich komparative Vorteile hat. Bei einer globalen Einführung von Importzöllen in Höhe von durchschnittlich 40% auf alle Waren und Dienstleistungen würde Österreich einen Wohlfahrtsverlust von 4,3% erleiden. Wachstumsregressionen, die neben anderen Einflussgrößen einen Globalisierungsindex einbeziehen, finden einen signifikanten positiven Einfluss der zunehmenden Globalisierung. Eigenen Schätzungen zufolge war das reale Pro-Kopf-Einkommen in Österreich im Jahr 2018 im Bereich von rund 8.400 bis 11.600 Euro (zu Preisen des Jahres 2018) höher als im hypothetischen Fall einer seit 1970 stagnierenden Globalisierung.
| Item Type: | Research Report |
|---|---|
| Keywords: | Exporte, Freihandel, Globalisierung |
| Funders: | Bundesministerium für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort |
| Former Research Units: | Former Research Groups (until 2024) > Macroeconomics and Business Cycles |
| Date Deposited: | 28 Apr 2026 07:55 |
| Last Modified: | 28 Apr 2026 07:55 |
| URI: | https://irihs.ihs.ac.at/id/eprint/7453 |
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