Langzeitversorgung in der EU: Wenig Chance für "ambulant vor stationär"? - Schwerpunktthema: Internationale Reformen in der Langzeitversorgung

Hofmarcher, Maria M. and Riedel, Monika and Röhrling, Gerald (2004) Langzeitversorgung in der EU: Wenig Chance für "ambulant vor stationär"? - Schwerpunktthema: Internationale Reformen in der Langzeitversorgung. Health System Watch 3, 16 p.

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Wenig Chance für „ambulant vor stationär“?
Die unterschiedliche Grenzziehung in der Arbeitsteilung zwischen Akut- und Langzeitversorgung spiegelt sich in einem Trade-off zwischen Pflege- und Akutbetten wieder. In einigen neuen EU-Mitgliedsländern, aber auch in Österreich und Belgien, stehen einer hohen Anzahl von Akutbetten deutlich weniger Pflegebetten gegenüber. In den nordischen Ländern werden relativ mehr Pflegebetten als Akutbetten angeboten. Diese Unterschiede erklären sich teilweise aus der unterschiedlichen Bedeutung der Familie bzw. des Staates in der Wahrnehmung der Versorgung. Typischerweise liegen die Ursachen für einen länger als medizinisch nötigen Verbleib im Krankenhaus bei älteren PatientInnen im weiter bestehenden Pflegebedarf bei fehlenden Kapazitäten zu ihrer Unterbringung. Das Problembewusstsein für diese Fehlallokationen dürfte jedoch in allen Ländern gestiegen sein. Beim Ausbau von ambulanten Pflegekapazitäten müssen aber auch die Möglichkeiten häuslicher Unterstützung und die zu erwartende Entwicklung der Schwere der Pflegebedürftigkeit bedacht werden.
Internationale Reformen der Langzeitversorgung
Seit Anfang der 90er Jahre waren einige Länder bestrebt, durch einen Auf- und Ausbau einen ähnlich guten und bevölkerungsumfassend organisierten Zugang zu Langzeitpflege zu schaffen wie er für Akutbehandlungen meist bereits bestand. In manchen Ländern mussten die institutionellen Voraussetzungen aber erst geschaffen werden, wie die Pflegeversicherungen in Deutschland und Japan oder das steuerfinanzierte Pflegegeld in Österreich. In den meisten betrachteten Ländern wurden auch Maßnahmen zur Qualitätsverbesserung gesetzt. Zu diesen Maßnahmen zählten Ausbildungsvorschriften, Behandlungsstandards und -richtlinien sowie die Errichtung von Institutionen zur Erarbeitung und Durchsetzung dieser Qualitätsstandards.

Item Type: IHS Series
Additional Information: Beilage zur Fachzeitschrift Soziale Sicherheit
Status: Published
Date Deposited: 27 Mar 2015 11:03
Last Modified: 01 Apr 2016 14:18
URI: http://irihs.ihs.ac.at/id/eprint/3175

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